Geschützter Bereich
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Graziano Pompili
Andrea Grignaffini
Marco Dalla Bona
Graziano Pompili
Bildhauer
Ein großer Anteil ist dem Material, seiner Schönheit und seinen Eigenschaften zuzusprechen. In den Werken des Bildhauers Graziano Pompili repräsentiert sich die Materie selbst. „Es ist das Material das dem Künstler hilft einem Konzept Ausdruck zu verleihen, eine Idee zu übertragen. Jeder der etwas herstellt und den Rohstoff in einen Gegenstand mit einer Funktion verwandelt benötigt eine ihn begleitenden Unterstützung, die das Projekt möglich macht. Das Material dient nicht nur als Support, sondern nimmt teil an dem was mitgeteilt werden soll.“ Seit den siebziger Jahren arbeitet Pompili mit Gesteinen: von Anfang an begleitet ihn die Leidenschaft für einen Rohstoff, den er kennen, entfernen, aushöhlen gelernt hat. „Nach vielen Jahren meines Schaffens habe ich keine Zweifel mehr und zögere nicht in der Wahl des Materials: denn zur Verwirklichung aller meiner Ideen weiß ich sehr genau welchen Stein und welches Stück ich dafür benötige.“
Viele Materialien verwendet er, vom weißen Marmor bis zum taubengrauen
Bardiglio, vom Portoro bis zu den schwarzen Gesteinen Belgiens und viele gefleckte, gestreckte, gemaserte Steine. „Um das Gestein schätzen zu können, muss man die Geschichte kennen: manchmal wird der afrikanische Granit mit dem schwedischen verwechselt, da die gemeinsame Geschichte, die auf Millionen Jahre zurückreicht, sie ähnlich, aber eben nicht identisch sein lässt. Steine haben einen Geruch: wenn man die Steine bearbeitet, in Stücke teilt, sie aushöhlt, erfährt man ihre tausendjährige Geschichte, riecht man ihre duftende Seele.“
Jeder Stein besitzt ein unverkennbares Aussehen, einen Charakter und die lernt man kennen, wenn man ihn bearbeitet. „Das Verarbeiten dieser Materialien verleiht große Zufriedenheit: Granit, zum Beispiel, wird mit einer besonderen Technik bearbeitet, bei der die Oberfläche abgetragen wird. Stück für Stück erhält man ganz langsam die gewünschte Form. Oder wenn ich einen Marmorblock zerbreche, betrachte ich die heiligen Bruchstellen als Teil des Materials.“ Die Materie repräsentiert sich selbst, als würde sie sich selbst genügen: die Arbeit des Künstlers oder des Handwerkers ist eine wundervolle Ergänzung. „Auch die Verwendung des weniger reinen Teils ist ein Beweis dafür, wie sehr man diese Materialien liebt: die Flecken, die Maserung und die innen gelegene Zeichnung, die die tausendjährige Geschichte dieser Materialien bezeugen, werden zu wunderbaren Elementen und machen ihre Schönheit aus.“
© 2012 Le Cucine di Matteo Gennari